Blaue Stunden

Es ist viertel sechs am Abend. So nach und nach macht die Stadt Feierabend. Große Sachen muss ich für heute nicht noch beginnen, mir eher mal noch eine halbe Stunde Zeit nehmen, das eine oder andere wegzuräumen, Platz machen für morgen. Noch zwei Mails beantworten, eine SMS lesen, ein Blatt unterschreiben und in die Besprechungsmappe für morgen stecken. Ein Blick aus dem Fenster: Es wird schon ruhig auf der Straße. Und nun? Blaue Stunde, „denn zu Kanälen steilrecht ausgehauen sind alle Straßen, voll vom Himmelsblauen“, wie Oskar Loerke 1911 in dem Gedicht „Blauer Abend in Berlin“ das beschrieben hat. Für mich ein kleiner Ferienmoment in geschäftigen Tagen. Noch nicht Abend und nicht mehr Tag. Schön, dass der Tag – wenn er ein bisschen Sonnenlicht hatte – so etwas bereit hält. Als ob das eine eigene Tageszeit ist, gefüllt mit eigenem Inhalt. Gibt es das auch sonst? Als „Blaue Stunde“ des Lebens? Ich wünsche es mir manchmal, wenn ich sehe, wie in meinem Lebenslauf und in dem Anderer eins in das andere purzelt, manchmal keine Übergänge kennt, das Nächste schon beginnt, wenn das Vorige noch gar nicht abgeschlossen ist. Und um neue Lebensabschnitte anzunehmen, wäre eine Blaue Stunde doch eine schöne „Schleuse“, die mich vom Gestern in das Morgen bringt und dabei sachte ist und rücksichtsvoll. 

Ich freue mich auf einen Sommer voller Blauer Stunden. Denn in der täglichen Blauen Stunde – ist das Zufall oder irgendein geheimer Mechanismus? – ist meistens freie, nicht belegte Zeit. Und später dann, Ende Juni, wird wirklich fast eine ganze Stunde daraus (jedenfalls in unseren Breiten).

Wünschen kann ich die Blauen Stunden Ihnen, den Leserinnen und Lesern nicht, sie kommen ja sowieso. Aber ich lade Sie ein, mal hineinzuschauen, wenn sie da ist. Ob Sie zustimmen würden, wenn ich sage: „So eine Blaue Stunde am Ende des Tages fühlt sich nach nichts an – nicht nach Tun und nicht nach Ruhe, nicht nach Reden und nicht nach Schweigen. Sie ist etwas ganz für sich selbst“? Ein bisschen ist sie ein Geschenk, das uns einfach so mit jedem Tag mitgegeben wird. Erst einmal zu nichts recht zu gebrauchen. Aber darum ganz besonders. Für mich ist es, als ob Tag für Tag und immer wieder jemand es ganz besonders gut mit mir meint: Eine Stunde, die ich für nichts haben kann, einfach nur schön.

Schöne und gute Stunden im Frühling wünscht Ihnen Ihr

Christoph Carstens


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Daniel 3,28

Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.

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