Die Reformation

sorgt für Gesprächsstoff. Und für Überdruss. Im Monat Oktober folgt das Finale: Am 31. haben alle in Deutschland einen Feiertag, den es sonst nur in den einigen ostdeutschen Ländern gibt. Wittenberg wird noch einmal in den Mittelpunkt
rücken – als Stadt, in der damals alles begann, in jenem Herbst 1517, als dem Wittenberger Mönch und Professor Martin Luther der Kragen platzte. Das Weitere war dann ein großes Aus-, Um- und Aufräumen und eine respektable und die Menschen quälende Kirchenspaltung, die so freilich keiner geplant hatte. Und es folgte daraus die gemütliche Konfessionslosigkeit, die wir heute in und um Wittenberg antreffen.

Gogarten, ein deutscher Theologe des 20. Jahrhundert, hat die „Säkularisierung“, das heißt: die Bewältigung der Lebensaufgaben ohne jeglichen Bezug auf Gott oder eine Religion, als eine unmittelbare Folge der Reformation im 16. Jh. dargestellt. Und vielleicht ist das ganz einfach zu verstehen: Wenn kein Mensch in seinem Gegenüber zu Gott einen Vermittler – also z.B. eine Kirche oder einen Priester oder eine Regierung – braucht (und das war ja ein Impuls der Reformation), dann muss der Mensch auch niemandem Auskunft darüber geben, wie es um seinen Glauben steht. Glaube wird dann zur „Privatsache“, was heute den meisten Mitteleuropäern die angenehmste Vorstellung ist, wenn es um Glaube, Kirche oder Konfession geht. Im Gegenzug werden alle öffentlichen Angelegenheiten ohne Bezug zu Gott, Kirche oder Konfession erledigt, die Welt wird „säkular“. Man kann es nur begrüßen, wenn es so ist, und zugleich beschert es uns erhebliche Selbst-Zweifel an den Grundlagen unseres kirchlichen Lebens und unserer christlichen Verantwortung in der Öffentlichkeit.

Warum aber Gesprächsstoff im 500. Jahr des 31. Oktober 1517? Und warum Überdruss? Gesprächsstoff, weil der heutige Zeitgenosse sich überrascht fragt, warum der großartige Aufbruch in die Neuzeit aus dem Herzen des christlichen Glaubens kam und nicht z.B. von den Fuggern, die damals begannen, Europa mit Bank-Krediten zu versorgen, und auch nicht von den atemberaubenden Entdeckungen neuer Welten jenseits der Ozeane. Und einige mögen sich heute auch fragen, warum es nicht die Nation, das „Deutsche“ war, die das Mittelalter enden ließ. Sondern das Christentum in seinem Bezug auf Jesus Christus und die Heilige Schrift, die beide mit Nationalem so gar nichts gemein haben. Das muss man diskutieren. Warum waren die Wittenberger und die Sachsen und die Deutschen damals so sehr christlich, dass man heute noch Bücher und Bierkrüge damit bedrucken kann (und muss)?

Und der Überdruss, weil es in den vergangenen zehn Jahren zu einer Heiligsprechung kirchlicher Zustände gekommen ist: Die Reformation ist der Maßstab geworden, an dem sich die Christen heute messen sollen, wenn auch die Zeiten inzwischen ganz andere geworden sind. Und hinzu kommt noch, dass das Christliche an der Reformation der Tourismuswirtschaft ohnehin herzlich egal ist; Luther verkauft sich auch, ohne dass man dazu sagt, dass der ein Christ gewesen ist und nur deswegen Reformator werden konnte. Das beschert uns einen Überdruss. Die Feste werden größer als ihr Ursprung. Das, was jeder kurz vor Weihnachten immer empfindet, betrifft jetzt ein großartiges, weltweites Jubiläum, das so erst in 250 oder 500 Jahren wiederkehren wird. Und dennoch habe ich mein altes Lutherbuch wieder
hervorgekramt und darin gelesen. Wenn es bei „500 Jahre Reformation“ auch gar nicht nur um Luther geht – es ist ein Lutherjahr geworden und ich habe mich mit reinziehen lassen. Wir werden „Reformation“ in ihrem Jubiläumsjahr auch bei
uns mit kleinen Ausrufezeichen versehen – am 9. September auf dem Markt, am 31. Oktober in der Nikolaikirche. Und wenn uns jemand kritisch fragt, was an uns Christen denn wohl noch „reformatorisch“ ist, dann hat das Jubiläum einen seiner wichtigen Zwecke erfüllt.

Ihr Pfarrer Christoph Carstens

Quedlinburger Musiksommer 2018

Veranstaltungen 

Keine Einträge vorhanden

Kein Wunder – aber sehr erfreulich!

Im Juli dieses Jahres mussten wir uns von unserem Gemeindekleinbus trennen. Unsere zurückgelegten Ersparnisse (6.000€) reichten längst nicht aus für einen neuen Kleinbus (9-Sitzer). Auch nach der großzügigen Unterstützung durch den Kirchenkreis Halberstadt in Höhe von 10.000€ klaffte noch eine Lücke von 5.500€. Auf Nachfrage bei den Pächtern der Kirchengemeinde und der Stiftung Großer Gotteskasten um eine Spende wurden im Juli / August etwa 5.500€ auf das Konto der Kirchengemeinde für die Anschaffung des neuen Gemeindebusses überwiesen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei dem Kirchenkreis Halberstadt, den großzügigen Pächtern und einzelnen Spendern für ihre Unterstützung bedanken.

gemeindebus ab oktober 2017

Die nächsten Termine

  • Gottesdienst mit Abendmahl

    So, 19.11.2017, 10:30 Uhr Nikolaikirche, Neustädter Kirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Friedensgebet

    So, 19.11.2017, 19:00 Uhr Nikolaikirche, Neustädter Kirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Taizégebet

    So, 19.11.2017, 20:30 Uhr Aegidiikirche, Aegidiikirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Friedensgebet

    Mo, 20.11.2017, 19:00 Uhr Nikolaikirche, Neustädter Kirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Tanzkreis

    Mo, 20.11.2017, 20:00 Uhr Gemeindehaus, Carl-Ritter-Straße 16, 06484 Quedlinburg

  • Helferkreis "Besuchsdienst"

    Di, 21.11.2017, 10:00 Uhr Gemeindehaus, Carl-Ritter-Straße 16, 06484 Quedlinburg

  • Kinderkirche 1. - 4. Klasse

    Di, 21.11.2017, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr Gemeindehaus, Carl-Ritter-Straße 16, 06484 Quedlinburg

  • Friedensgebet

    Di, 21.11.2017, 19:00 Uhr Nikolaikirche, Neustädter Kirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Kirchenflöhe

    Mi, 22.11.2017, 09:30 Uhr Gemeindehaus, Carl-Ritter-Straße 16, 06484 Quedlinburg

  • Mittagsgebet

    Mi, 22.11.2017, 12:00 Uhr Stiftskirche St. Servatii, Schlossberg, 06484 Quedlinburg

  • Gottesdienst zum Abschluss der Friedensdekade

    Mi, 22.11.2017, 19:00 Uhr Nikolaikirche, Neustädter Kirchhof, 06484 Quedlinburg

  • Pfadfinder

    Fr, 24.11.2017 Pfadfindergelände an den Brühlwiesen in Quedlinburg

Gemeindekirchenrat

Vorsitzender
Malte Kienitz

stellv. Vorsitzende
Marika Fuchs

Die Losung heute

Sonntag, 19. November 2017

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.

5.Mose 2,7

So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

1.Korinther 3,7

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine

Wochenspruch

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

2. Korinther 5, 10

Jahreslosung 2017

Gott spricht:
Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben

Ez 36,26 Luther 2017

Ev. Gemeindebüro

Carl-Ritter-Straße 16
06484 Quedlinburg

Tel. 03946-91 60 60
Fax 03946-91 60 58

E-Mail über Kontakt

Sprechzeiten
Mi     09.00 - 12.00 Uhr
Do    13.00 - 16.00 Uhr

Pfarrer der Kirchengemeinde Quedlinburg