Der Wind

… peitscht ihr ins Gesicht, das sie tief im Schal vergraben hat. Den hatte ihre Oma gemacht. Damals, als sie noch ihre Finger gut bewegen und stricken konnte. Heute ginge das nicht mehr. Sie riecht an dem Schal und riecht ihre Kindheit. Es riecht nach frisch gebackenem Hefekuchen und reifen Äpfeln. Rote vom Baum gleich rechts im Garten. Wie oft hatte sie dort gespielt und mit der Oma im Herbst die Äpfel vom Boden aufgelesen. Sie läuft weiter. Den Berghang hinauf. Der Wegesrand ist gesäumt von den letzten Blüten, die der Hitze des Sommers getrotzt haben und sich wacker halten. Satte Farben. Sie will sie in sich aufnehmen, damit sie sie durch den Winter tragen. Das Gold, Rot, Lila, Grün, Orange. Plötzlich bleibt sie stehen. Sie bückt sich und hebt zwei Kastanien auf. Eine für die linke und eine für die rechte Jackentasche. Sie wird sie an den kühlen Tagen durch ihre Hände gleiten lassen und sie so warmhalten.
Es ist Herbst. Jede/r von uns verbindet damit Anderes. Einige hegen ihren Groll dagegen. Weichen ihm lieber aus, indem sie in den Süden reisen. Andere wiederum sehnen sich nach dem langen Sommer nach kühleren Temperaturen. Die Kinder freuen sich über das erste Drachensteigen, das Basteln von Kastanienmännchen. Die Gärten werden winterfest gemacht.
Ganz zu Beginn des Herbstes steht ein Fest in unserem Kirchenkalender – das Erntedankfest. Zeit also, um innezuhalten und darüber nachzudenken, wofür wir dankbar sein können. Das meint nicht nur Gegenständliches. Das vielgesungene und altbekannte Lied „Danke, für diesen guten Morgen“ macht es uns vor.

„Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag. Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.“ (EG 334, 1)

Und wenn Sie vielleicht nicht an jedem Tag in dieses Lied einstimmen können, dann könnte es aber vielleicht so klingen:
„Nicht jeder Morgen ist gut; Aber jeder neue Tag ist ein neuer Tag, und jede Woche ist neu. Die Zeit vergeht, ohne dass ich etwas dazu tun muss: ein Geschenk Gottes.
Ich vergehe mit ihr und werde alt und bin jeden Morgen neu. Mit neuen Sorgen und neuen Freuden werfe ich um mich und versuche, Gott zu treffen.“
(Matthias Schäfer, in: Kleiner Gottesdienst – weiter Raum)

Denken Sie nach! Sie werden sicher etwas finden, wofür Sie Gott von Herzen danken können. Kommen Sie gut durch den Herbst und bleiben Sie dankbar!

Ihre Pfarrerin Anne-Sophie Berthold


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