Online-Gottesdienste aus der Evangelischen Kirchengemeinde Quedlinburg

der nächste Online-Gottesdienst wird am 24.12.2020 veröffentlicht


Seid BARMHERZIG, wie auch euer VATER barmherzig ist!

Liebe Leserin, lieber Leser,

wo Christen sind, da ist Barmherzigkeit … Würden Sie diesen Satz unterschreiben? „Schön wär’s“, sagt manch einer, „aber unter
Christen geht auch nicht anders zu als unter den Leuten.“ Barmherzigkeit – ein Traum? Natürlich kennen wir alle die Momente,
in denen wir Barmherzigkeit am eigenen Leib erlebt haben.

„Das Schicksal hat es noch mal gut mit mir gemeint“, sagen manche dann etwas allgemein. Oder konkreter: „Da habe ich einen Schutzengel gehabt.“ Und dabei geht es dann um die Punkte im Leben, wo einer
die eigene Regie abgeben und erleben musste, dass es plötzlich nicht mehr so weitergehen konnte, wie bisher.

Barmherzig hat eine freundliche Hand eingegriffen und alles in Ordnung gebracht oder jedenfalls eine neue Tür geöffnet, hinter der man noch einmal neu beginnen durfte. Ist Barmherzigkeit das Aushängeschild der christlichen Gemeinde? Und wenn ja, woran könnte man das merken?

Die Kunst ist ja eigentlich die, selbst die Barmherzigkeit zu üben, die man von der Allgemeinheit gerne erwartet. Wenn es das Aushängeschild „Barmherzigkeit“ gibt, dann müssen immer Einzelne wahr machen, was das Schild verheißt: barmherzig sein, langmütig, geduldig, liebevoll sogar. Und geübt in der Barmherzigkeit mit sich selbst. Denn wer mit sich nicht barmherzig sein kann, stolpert immer wieder über die eigenen Füße und kommt gar nicht dazu, anderen Barmherzigkeit zu schenken.

Aber was ist das eigentlich? Jesus sagt dazu: Barmherzigkeit ist die Barmherzigkeit des Vaters (also Gottes, was das Wort „Vater“ ausdrücken soll). Es gibt eine Aufzählung der wichtigsten Barmherzigkeiten in der Bibel:

Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde aufnehmen, Nackte kleiden, Kranke besuchen und Gefangenen beistehen (Matthäusevangelium, Kapitel 25).

Das hat alles seine Chance, weil es Gottes Tun ist. Er hat auf solche Barmherzigkeiten den Frieden der Welt gestellt. Sie tun, mag schwer erscheinen. Aber es ist wie Wasser aus der Quelle. Wer erst den Brunnen graben muss, aus dem er schöpfen will, wird wohl an der Aufgabe verzagen.

Wer aus der lebendigen Quelle schöpft, findet, was nötig ist. Wo Christen sind, da ist Barmherzigkeit – das ist ein gutes Ziel.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Christfest und Freude auf ein neues Jahr.

Ihr Christoph Carstens

Informationen zu den Gottesdiensten am Heiligabend

Sitzplatzreservierung

Auch bei den Gottesdiensten am Heiligabend müssen wir in diesem Jahr Abstand halten und aufeinander Rücksicht nehmen. Deshalb gibt es weniger Sitzplätze in den Kirchen, dafür aber ein paar Gottesdienste mehr. Die Kirchengemeinde versucht in diesem besonderen Jahr, das Bestmögliche zu geben und dennoch werden manche enttäuscht sein. Wir vertrauen aber darauf, dass das Licht des Heiligen Abends leuchtet und viele es weitergeben an die, die krank und einsam sind.

Ab Montag, den 7.12. bis Donnerstag, den 23.12. um 14.00 Uhr können Karten kostenlos zur Sitzplatzreservierung bei der Quedlinburg-Information der QTM und in der Stiftskirche bestellt werden. 

Die Karten müssen dann innerhalb einer Woche abgeholt werden, sonst erlischt die Reservierung. Die Karten sind keine Platzkarten. Sie garantieren nur, dass man einen Sitzplatz bekommt.

Bitte geben Sie für die telefonische Reservierung an:

Name / Kartenanzahl (max. 10) / Kirche / Uhrzeit

Bestellung und Abholung bei der QTM

Mo. - Fr., 9.30 - 15 Uhr / Tel. 905624

Bestellung in der Stiftskirche: Di. - So., 10 - 16 Uhr / Tel. 709900

Abholung in der Marktkirche: Mo. - Fr., 10 - 17 Uhr, Sa. 10 - 12 Uhr


Der Gottesdienst an der Johanniskapelle ist ein Freiluftgottesdienst. Dafür ist keine Sitzplatzreservierung nötig.

Online-Gottesdienste im Rückblick

Krankenhaus-Seelsorge in Quedlinburg

Sollte jemand aus Ihrer Familie/ Ihrem Freundeskreis im Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben liegen, wenden Sie sich an Pfarrer Zentner. Er ist dort täglich im Dienst und besucht nach wie vor Patient*innen.

Veranstaltung-kalender

Die nächsten Termine

Die Losung heute

Samstag, 28. November 2020

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66,13

Jesus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,18.19

Wochenspruch

Wochenspruch: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. (Ps 90,12)


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Jahreslosung 2020

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

Ev. Gemeindebüro

Carl-Ritter-Straße 16
06484 Quedlinburg

Tel. 03946-91 60 60
Fax 03946-91 60 58

E-Mail über Kontakt

Sprechzeiten - Gemeindebüro / Friedhofsverwaltung

keine öffentlichen Sprechzeiten

Für dringende Anfragen erreichen Sie uns per E-Mail oder per Telefon. 

Die Anmeldung einer Bestattung ist grundsätzlich telefonisch zu vereinbaren! Tel. 03946-91 99 54 (bzw. 91 60 60)

Pfarrer*in der Kirchengemeinde Quedlinburg

Gemeindekirchenrat

Vorsitzender
Malte Kienitz

stellv. Vorsitzender
Gottfried Biller

Demokratie-leben-logo
 

Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Liebe Gemeinde, das Ende meiner aktiven Dienstzeit ist der Monat November. Für viele Menschen ist der November trist, nebelig und kalt. Ich selber leide nicht so unter diesem Gefühl. Aber wir Menschen sind unterschiedlich. Ein altes Gebet aus den Psalmen ist mir immer wertvoller geworden. Es vertraut auf die Allgegenwart Gottes. Ich finde, es ist ein Gebet für gute und schwere Tage. In Auszügen ist es hier wiedergegeben und es widerspricht der Auffassung von F.
Nietzsche, der mal gesagt hat: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“

Ich glaube allerdings nicht, dass ich erlöster aussehen oder schmissigere Lieder singen müsste, damit andere Menschen mir mein Christsein abnehmen. Man kann nach außen freundlich lächeln und den „Strahlemann“ abgeben - und tief im Innern dennoch ein unglücklicher oder unzufriedener Mensch sein. - Nein, ich möchte mir keine fromme Maske aufsetzen oder mich stets gut gelaunt präsentieren müssen, damit Menschen interessiert an meinem Glauben sind.
Es gibt Menschen, die mit dem Leben ihre Mühe haben. Es gibt Christen, denen viel auf die Schultern gelegt ist. Mir kommen zwei biblische Größen in den Sinn. Jeremia, der Prophet: Ihn hat der Krieg und die Verschleppung ins Exil genauso wie den Rest des Volkes fragen lassen: Warum gibt es für uns keine erleichternde Ausnahme?
Ich denke an den Apostel Paulus, der von seiner Krankheit, wahrscheinlich war es Epilepsie, nicht geheilt wurde. Manchmal ist der Grad des Vertrauens sehr schmal. Und doch gelingt es mir, auf diesem schmalen Grad zu laufen. Ich glaube, es gibt kein Menschenleben, das nicht dunkle Täler kennt. Aber der Glaube hofft auch im Unglück, dass meine Zuversicht auf Gott sich nicht verbraucht.
Mir fällt ein junger Mann ein, der sich entschloss, Pastor zu werden, entsetzt nach dem Grauen des II. Weltkrieges und unter dem Vorzeichen: „Wenn das alles ist, was ich gesehen habe, dann muss es noch eine andere Welt geben.“

Psalm 139

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin fliehen vor deinem Angesicht?

Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, 

so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein, 

so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir und die
Nacht leuchtete wie der Tag.

Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, 

und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten

und von denen noch keiner da war.

Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! 

Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Pfarrer Martin Gentz