Online-Gottesdienste aus der Evangelischen Kirchengemeinde Quedlinburg

derzeit ist kein Video-Gottesdienst in Vorbereitung


Fragen über Fragen ...

Halle Saale, Kleine Klausstraße, Studentenwohnheim, 3. Stock: ich stehe im Bad, dem schönen, also dem sauberen, ganz hinten in der Ecke des Flures und putze meine Zähne. Um mich herum kleben Zettel an den Wänden. Lateinische Deklinationstabellen, Hebräische Konjugationstabellen, die „Ich-bin-Worte“ auf Altgriechisch, irgendwo dazwischen auch das menschliche Skelett. So mancher Studierender hat hier schon versucht, während der täglichen Waschrituale noch ein paar Wissenslücken zu füllen oder aufzufrischen. Wie passend im Bad: Auffrischen. Das Papier ist zum Teil schon vergilbt. Der Wasserdampf vom Duschen lässt das Papier Wellen schlagen. Ich putze weiter meine Zähne. Mein Blick bleibt an einem kleinen Zettel hängen. Sophrosyne steht dort in griechischen Buchstaben. Die Kardinaltugenden sind auf diesem Zettel aufgelistet. Sophrosyne. Die Übersetzung steht in Klammern dahinter. Besonnenheit.
Besonnenheit ist etwas, was ich in diesen Tagen vielen Menschen gewünscht habe. Dem Zahnarzt, der Verkäuferin, der aufgewühlten Mutter, der Schulleiterin, dem pädagogischen Mitarbeiter, der Nachbarin.
Liebe Gemeinde, es ist Ende Juni und ich schreibe ihnen diese Zeilen für Anfang August. Keine leichte Aufgabe, wie ich finde. Es ist nicht einfach, in diesen Tagen etwas zu planen. Ich kann gefühlt nur bis zur nächsten Kaffeetasse vorausschauen. Wenn Sie dies hier lesen, sind einige von Ihnen vielleicht gerade im Sommerurlaub. Vielleicht mussten Sie auch Ihre Reise absagen.
Ein bisschen Normalität ist schon wieder eingezogen. Dennoch schwebt das Damoklesschwert weiter über uns. Wird es eine zweite Welle geben? Werden unsere Kinder wieder normalen Schulalltag erleben? Was passiert mit meiner Großmutter im Pflegeheim? Werde ich den ganzen Herbst über wieder allein sein müssen? Wann feiern wir Gottesdienste wieder ohne strenge Hygienevorschriften?
Fragen über Fragen, auf die ich gerade leider keine Antwort weiß. Ich weiß aber, dass auch Gott die Besonnenheit kennt. Sie ist der Bibel nicht fremd. Im 2. Tim. 1,7 steht:
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Liebe Gemeinde, ich wünsche uns diese Besonnenheit. Lassen sie sich nicht von der Furcht überrumpeln, sondern bleiben Sie besonnen. Ich wünsche Ihnen diesen langen Atem, den es bedarf, um diese ungewisse Zeit zu überstehen. Ich wünsche Ihnen die Kraft, diese Zeit durchzuhalten und ich wünsche Ihnen die Gewissheit, dass Gott unser Herr uns seine Liebe schenkt.
Also bleiben Sie besonnen!
Ich versuche es auch.

Ich grüße Sie herzlich, Ihre Pfarrerin Anne-Sophie Berthold

Friedensdekade 8. - 18. November 2020

Seit 40 Jahren rufen uns die ökumenischen Friedensdekaden auf, im Besonderen über Frieden, Friedenserhaltung und das friedliche Miteinander global und lokal zu beten, zu streiten und konkret zu handeln.

Auf die Anzahl der Kriege bezogen ist die Welt in diesen 40 Jahren friedlicher geworden. Betrachten wir heute jedoch Terror, Populismus, politische Grabenkämpfe und Cyberwar, sind neue Kriegsherde entstanden, die den Frieden bedrohen.

Für uns Christen muss daher die Antwort im Mittelpunkt stehen, wie dieser Frieden immer wieder neu bewahrt und gesichert werden kann – immer wieder im lokalen und globalen Zusammenhang. „Umkehr zum Frieden“ lädt uns als Motto ein, diese Sichtweise immer wieder neu in den Blick zu nehmen und diese nie aus den Augen zu verlieren. Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts! (Willy Brandt)

In der Friedensdekade werden wir unter allen gegebenen Möglichkeiten zu Gebet, Diskussion, gegenseitigem Impuls und Aktion Zusammen-kommen. Beachten Sie bitte die Aushänge, die ab Ende Oktober folgen! Lassen Sie uns gemeinsam beten, Sichtweisen sachlich und friedlich darstellen, Gemeinsamkeiten finden und für den Friedenim Kleinen und Großen wirksam streiten.

Wenn Sie Ideen dazu einbringen möchten, melden Sie sich bitte bei Pfr. Martin Gentz (Adresse vorletzte Seite) oder bei Ulf Koischwitz (fk-aegidii@gmx.de).

Eröffnet wird die Dekade mit zwei Gottesdiensten am 8. November in der Nikolaikirche, die vom Jugendchor und der Jungen Gemeinde mitgestaltet werden.

Am 9. November sind wir zu einem Gedenken auf dem jüdischen Friedhof an der Zwergkuhle um 19.00 Uhr eingeladen.

Einladende sind die Stadt Quedlinburg mit Oberbürgermeister F. Ruch und die Kirchengemeinden Quedlinburgs. (Die Männer werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.)

An den folgenden Abenden (ab 10. Nov.) findet um 19 Uhr das tägliche Friedensgebet (ca. 20 min) in der Nikolaikirche statt.

Thematisch verantworten die Kirchengemeinden Quedlinburgs die verschiedenen Abende. Einige Referenten haben ebenfalls langfristig zugesagt, aber unter den Bedingungen der Pandemie müssen wir klären, ob wir die Veranstaltungen umsetzen können.

Achten Sie bitte auf unsere Aushänge, bzw. Hompage der Ev. Kirchengemeinde Quedlinburg und die örtliche Presse.

Zum Abschluss der Friedesdekade feiern wir am 18. November (Buß- und Bettag) um 19.00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche.

Online-Gottesdienste im Rückblick

40. Quedlinburger Musiksommer

Das bisher bekannte Programm für den diesjährigen Quedlinburger Musiksommer hat sich geändert. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen und zum Ticketkauf finden Sie hier

Krankenhaus-Seelsorge in Quedlinburg

Sollte jemand aus Ihrer Familie/ Ihrem Freundeskreis im Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben liegen, wenden Sie sich an Pfarrer Zentner. Er ist dort täglich im Dienst und besucht nach wie vor Patient*innen.

Veranstaltung-kalender

Die nächsten Termine

Die Losung heute

Dienstag, 22. September 2020

HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Psalm 13,2

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33

Wochenspruch

Wochenspruch: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petr 5,7)


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Jahreslosung 2020

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

Ev. Gemeindebüro

Carl-Ritter-Straße 16
06484 Quedlinburg

Tel. 03946-91 60 60
Fax 03946-91 60 58

E-Mail über Kontakt

Sprechzeiten - Gemeindebüro / Friedhofsverwaltung

Mi     9.00 - 12.00 Uhr
Do   13.00 - 16.00 Uhr  

Für dringende Anfragen erreichen Sie uns per E-Mail oder per Telefon. 

Die Anmeldung einer Bestattung ist grundsätzlich telefonisch zu vereinbaren! Tel. 03946-91 99 54 (bzw. 91 60 60)

Pfarrer*in der Kirchengemeinde Quedlinburg

Gemeindekirchenrat

Vorsitzender
Malte Kienitz

stellv. Vorsitzender
Gottfried Biller